Weihnachten mit Kindern ins Konzert, Ballett oder in die Oper

Nun geht die Weihnachtssaison wieder so richtig los und wer noch keine Karte für einen Konzert- oder Opernbesuch hat, sollte sich langsam aber sicher auf die Suche machen. Denn wenn das fünfte Lichtlein brennt... ach, Ihr wisst es ja längst!

 

KLASSIK FÜR KINDER IN DER WEIHNACHTSZEIT

Natürlich gibt es sie, die absoluten Klassiker der Klassik zu Weihnachten. Manche hiervon sind noch gar nicht so alt, wie beispielsweise das "Weihnachtsoratorium für Kinder", in welchem Michael Gunsenbauer die Musik Johann Sebastian Bachs in eine amüsante Geschichte verpackt hat. Chor, Orchester und Dirigent wirken hier neben ihrer eigentlichen Aufgabe zudem als Schauspieler, was manchmal für alle Beteiligten ziemlich lustig werden kann. 

Das Stück ist auf jeden Fall hörens- und sehenswert und auch in diesem Jahr wieder in zahlreichen Städten zu erleben! 

 

AB IN DIE OPER

Ein Klassiker der Oper ist natürlich "Hänsel und Gretel", die Märchenoper von Engelbert Humperdinck. Im Allgemeinen spielen die Orchestermusiker dieses Stück sehr gerne, weil die Musik toll ist und für jedes Instrument kleinere und größere, teils anspruchsvolle Soli bietet. Die Sänger auf der Bühne amüsieren sich über die ewig keifende Mutter, den betrunkenen Vater und die wenig folgsamen Kinder, bevor die Hexe endlich endlich auf die Bühne tritt. Meine letzte Aufführung dieser Oper war besonders spaßig: Als die Hexe (in unserer Aufführung ein Tenor) im langen Gewand und mit Hexenbesen bewaffnet auf der Bühne einschwebte und für sein erstes "Knusper, knusper, Knäuschen" Luft holte, brüllte ein Knabe aus der ersten Reihe: "Boah, Alter! Das ist voll krass n Typ in Frauenkleidern!" Super! Wir Musiker hatten unseren Spass, das Geknusper des Herrn Tenor war an diesem Abend ein wenig undeutlich... 

Opernhäuser und Musiktheater in denen im Dezember 2017 Hänsel & Gretel läuft: Berlin (Staatsoper), Braunschweig, Bremen, Chemnitz, Cottbus, Detmold, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Halle/Saale, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Hof, Kaiserslautern, Kassel, Leipzig, Lübeck, Lüneburg, Magdeburg, Mannheim, Krefeld/Mönchengladbach, München (Staatsoper und Gärtnerplatz), Münster, Oldenburg, Schwerin, Stuttgart, Wiesbaden und Wuppertal. 

 

Auch in Puccinis Oper "La Bohème" gibt es eine Weihnachtsszene direkt vor der Pause. Danach kommen noch zwei Akte in denen die Hauptdarstellerin Mimi langsam dahinsiecht und am Ende stirbt (zumindest auf der Bühne). Von diesem Stück würde ich mit opern-ungeübten Zwergen eher die Finger lassen: Die ganze Problematik mit den verarmten Pariser Künstlern, Liebe, Leidenschaft & Co wirkt auf Kinder eher ein wenig befremdlich, zudem braucht man entweder Tonnen von Gummibärchen als Beschäftigungstherapie oder sehr geduldige Kinder.

 

WIE WÄRE ES MIT EINEM BALLETT?

Große Opernhäuser mit angeschlossenem Ballett bieten häufig schöne Vorstellungen an: Tschaikowskys Nussknacker ist natürlich ein Klassiker mit schönem weihnachtlichen Bezug. Die Geschichte man auch ohne viel musikgeschichtliches Hintergrundwissen leicht seinen Kindern erzählen kann, bevor die ersten Ballettschuhe auf die Bühne springen. Es gibt aber auch verschiedene Kinderbücher / Musikbilderbücher, die die Erzählung vertiefen. 

 

Letztes Jahr bin ich in eine Aufführung des Russischen Nationalballetts (oder war es das Staatsballett Moskau oder Ähnliches?) geraten. Dieses Ballett-Ensemble fährt auch kleinere Städte an und bindet immer die Kinder einer lokalen Ballettschule ein, die bei der Aufführung kleine zappelige Hintermäuse und Nachwuchsballerinas am Bühnenrand sind. Auch eine ganz hübsche Idee. Etwas überraschend war für mich, dass die Musik vom Band kam. Das empfinde ich als Orchestermusikerin natürlich etwas stillos, auch die Kinder, die ich bei der Aufführung im Schlepptau hatten, waren enttäuscht, keine Musiker in einem Orchestergraben zu sehen. Eine Freundin hat sich in diesem Jahr Tschaikowskys Schwanensee trotzdem angesehen und war ganz angetan. Man sollte allerdings wissen, dass Schwanensee ein engerer Bezug zu Weihnachten fehlt... Macht nichts, fand sie. Dafür sind sie nach der Vorstellung noch über den Weihnachtsmarkt geschlendert und haben Bratwurst gegessen. Na bitte! Frohes Fest!

 

Nicht so häufig gespielt wird Gian-Carlo Menottis "Amahl und die nächtlichen Besucher" aus dem Jahr 1951. Wer dieses Stück in seiner Nähe auf einem Spielplan entdeckt, sollte unbedingt hingehen. Ich habe vor einiger Zeit bei einer Einstudierung mitgewirkt und war hingerissen von diesem Werk!

 

Wer mit seinen Kindern in Mozarts Zauberflöte gehen möchte, die sehr sehr sehr häufig auf Dezember-Spielplänen zu finden ist, sollte sich bewusst sein, dass man gut und gerne drei Stunden (inklusive einer Pause) in der Oper sitzt, sofern man nicht eine speziell gekürzte Kindervorstellung "erwischt".

Städte mit Zauberflöte im Dezember 2017: Berlin (Deutsche Oper, Staatsoper, Komische Oper), Bielefeld, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Gelsenkirchen, Hamburg, Heidelberg, Nürnberg, Osnabrück, Pforzheim, Saarbrücken, Weimar und Wiesbaden.

 

Gerade kleinere Stadt- und Landestheater haben oft liebevoll gemachte kleinere und unbekanntere Werke im Programm, die abseits aller bekannten, oben genannten "Schlager" verzaubern können! 

 

In meinem Ratgeber "Jedes Kind ist musikalisch" habe ich viele Tipps zusammengestellt, wie man sich den Besuch von Konzerten, Ballett- oder Opernvorstellungen mit Kindern erleichtern kann.

 

Allen Leserinnen und Lesern viel Vorfreude auf Weihnachten und eine schöne Adventszeit!

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sil-wie-ja (Samstag, 18 November 2017 18:35)

    Mache mich gleich auf die Suche! Vielen dank für die schönen Tips. Gute Page für Eltern!!!!!