Ohne Fleiß zum Preis?

Ein Musikinstrument lernen geht im Handumdrehen?! Ganz nach dem Motto "Aller Anfang ist leicht"? Wie viel muss man auf einem Musikinstrument üben, um es spielen zu können? Und vor allem: Was kann ich tun, damit mein Kind Spaß beim Üben hat?

 

Eines vorweg: Meistens sind die allerersten Schritte auf einem Musikinstrument ganz leicht! Schnell sind dem Klavier ein paar schöne Melodien entlockt, auch aus einem Saxofon, einer Blockflöte oder einer Klarinette kommen durchaus rasch ein paar Töne, die ganz hübsch klingen. Aber wenn man ein Instrument wirklich gut spielen können möchte, gehört Fleiß einfach dazu. Da nützt der beste Lehrer und die neueste Lehrmethode nichts: Man muss einfach jeden Tag ein klein wenig Zeit investieren. Nur so wird man besser.

 

Da gibt es die berühmte 10000-Stunden-Regel, die der Psychologe Anders Ericsson bei seinen Forschungen entdeckt hat: Wer eine Tätigkeit in der Jugend über 10000 Stunden geübt hat, wird wirklich Spitzenklasse. So zumindest die graue Theorie. Aber wer will schon, dass sein Kind zum Meister-Blockflötist oder Super-Geiger wird? Beim Musizieren geht es den meisten Eltern darum, dass ihre Kinder ein Niveau erreichen, wo sie gut mit anderen zusammen spielen können und Freude an ihrem Instrument haben.

 

Viele Instrumentalpädagogen geben ihren Schülern eine bestimmte Übezeit vor. Falls das bei "eurem" Instrumentallehrer nicht so sein sollte - ruhig mal nachfragen!

 

Gute Richtgrößen für Kinder sind sicher folgendes:

 

ÜBEZEITEN ANFÄNGERSCHÜLER 

Streicher/Klavier: 15 Minuten 

Bläser/Schlagzeug: 10 Minuten

 

ÜBEZEITEN LEICHT FORTGESCHRITTENE SCHÜLER

Streicher/Klavier: 20-30 Minuten

Bläser/Schlagzeug: 15-20 Minuten

 

ÜBEZEITEN FORTGESCHRITTENE SCHÜLER

Streicher/Klavier: 30-60 Minuten

Bläser/Schlagzeug: 20-30 Minuten

 

EXTRA-TIPP: Wer zwei Mal täglich die angegeben Minuten übt, wird natürlich schneller Fortschritte machen...

 

Und gestattet mir noch eine Ergänzung zu den angegebenen Zeiten: Wer diese Zeit nun nicht täglich oder gar überhaupt nicht schafft, dessen Instrumentalunterricht ist natürlich nicht vergebens! Ganz im Gegenteil! Die angegeben Zeiten sind sicher gute Richtgrößen für einen schnellen und nachhaltigen Erfolg auf dem Instrument. Die Realität sieht allerdings so aus, dass die meisten Schüler deutlich weniger und vor allem leider nicht so regelmäßig spielen. Trotzdem beherrschen sie irgendwann mehr oder weniger gut ihr Instrument - je nach Talent. 

 

Mein Lehrer hat übrigens immer gesagt, die beste Kombination bei Schülern ist Talent und viel üben. Deutlich weniger gut werden Schüler die Talent haben und nicht üben. Überraschend weit bringend es übrigens untalentierte Schüler, die viel üben und ehrgeizig sind. Am schlechtesten ist natürlich die Kombination: Kein Talent und nicht geübt...

...da klingt die Trompete auch nach einem Jahr noch wie eine Gießkanne, die Geige gibt Katzenjammer von sich und die Blockflöte quietscht munter vor sich hin - falls sie denn einmal ausgepackt wird!

 

Demnächst mehr zu sinnvollem Üben auf dem Instrument, dem Übe-Frust und Motivationshilfen für Eltern.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    thekla32 (Montag, 11 September 2017 13:34)

    das ist wenigstens ehrlich: wer nicht übt wirds auch nicht lernen! anscheinend liest man hier, was einem die musiklehrer gern verschweigen!!! danke :))))